Ein besonderes Weihnachtsfest für Philipp, das kleine Känguru (Teil 1)

Kinderanzahl

mind. 1

Elternbeteiligung

mit Eltern / Eltern zur Unterstützung

Altersgruppe

0-3, 3-5, Vorschule, Grundschule

Vorbereitung

Material notwendig

Dauer 

5 bis 10 Min.

Kurzbeschreibung

Die PiP-Weihnachtsgeschichte zum Vorlesen von Philipp, dem kleinen Känguru.

Benötigtes Material
  • die Geschichte 😉
Die Geschichte

Bald ist Heiligabend. Philipp, das kleine Känguru, muss nur noch drei Mal schlafen und dann ist es endlich soweit. Darauf freut er sich immer ganz besonders. Ist doch Weihnachten sein absolutes Lieblingsfest. Da kann selbst sein Geburtstag nicht mithalten! Abgesehen von den vielen Geschenken, die der gute Weihnachtsmann jedes Jahr für ihn mitbringt, gibt es dann immer ganz leckere Sachen zu essen, die es eben nur an Weihnachten gibt. Außerdem leuchten überall Kerzen, es riecht nach Tannengrün und das Tollste: Er und seine Eltern bekommen Besuch!

Seine kleine Cousine Fine mit ihren Eltern, sein Opa Manfred und seine Oma kommen immer am Heiligen Abend zum Essen, Singen, Spielen und zum lustigen Beisammensein vorbei. Dafür reisen seine Großeltern sogar von weit her mit dem Flugzeug an. Da sind sie einen ganzen Tag unterwegs, weshalb sie dann immer mindestens für zwei Wochen bei Philipp und seinen Eltern übernachten und bereits ein paar Tage vor Heiligabend anreisen. Philipp liebt seinen Opa Manfred über alles. Er ist mit Abstand das coolste Känguru, das er kennt. Er ist nicht nur wahnsinnig schlau – er kennt die besten Witze und bringt jeden damit zum Lachen. Außerdem ist er für jedes Abenteuer zu haben.

Einmal sind Philipp und er zusammen durch die verschneite Winterlandschaft gehüpft. Es ist kalt gewesen an diesem Tag, obwohl die Sonne schien. Eine dicke Schneeschicht bedeckte die Wiesen, Felder und Wälder. Der Schnee glitzerte in der Sonne und dicke Eiszapfen schillerten an den Ästen der Bäume. Sie kämpften sich mit kräftigen Sprüngen ihren Weg durch den Schnee einen Berg hinauf. Für Philipp war das eine große Anstrengung, sind doch seine Beine noch viel kürzer als die seines Opas. Er versank fast bis zum Bauch im Schnee. Dennoch gab er sich Mühe, mit seinem Opa mitzuhalten. Nachdem sie es fast bis ganz nach oben geschafft hatten, rutschte Philipp plötzlich nach einem Sprung aus, da unter der Schneedecke an einer Stelle eine Eisschicht verborgen war. Philipp stürzte mit dem Kopf voran in den Schnee, sodass nur noch seine kleinen Ohren aus dem Schnee ragten. Sein Opa Manfred hörte den Plumps hinter sich und drehte sich nach ihm um. Philipp lag der Länge nach im Schnee, richtete seinen Oberkörper auf, hob mühsam den Kopf und pustete den Schnee aus seiner Nase. Das sah so witzig aus, dass sein Opa laut loslachte. Er hüpfte zu Philipp und zog ihn mit einem Ruck aus dem Schnee. „Ist alles in Ordnung, mein Junge?“, fragte er dann doch ein wenig besorgt.

Philipp lachte: „Ja, alles in Ordnung. Ich bin nur ausgerutscht.“ Nach einem prüfenden Blick setzte Opa Manfred den kleinen Philipp kurzerhand auf seine Schultern. Gemeinsam erreichten sie so den Gipfel des Berges. Von dort oben hatte man einen herrlichen Ausblick. Unten im Tal konnte Philipp sogar die Stadt und sein Wohnhaus entdecken. „Und was machen wir jetzt?“, fragte Philipp auf den Schultern seines Opas ungeduldig.

„Jetzt“, sagte Opa Manfred feierlich, „machen wir uns auf den Weg nach unten.“. Opa setzte Philipp wieder auf seine Füße und schaute sich nahe der Bäume etwas um.

„Wonach suchst du denn, Opa?“

„Das wirst du gleich sehen. Das wird dir sicher gefallen.“

Ein paar Augenblicke später zog Opa Manfred einen alten Baumstamm hervor und brachte ihn kurz vor dem Berg in Position. „Komm, spring rauf!“ rief ihm sein Opa zu und setzte sich auf den hinteren Teil des Stammes. Das ließ sich Philipp nicht zweimal sagen. Er setzte sich auf den vorderen Teil und schon ging es los. Opa Manfred stieß sich kräftig mit den Hinterbeinen ab und der Baumstamm rauschte den Berg hinab. Das war die tollste Schlittenfahrt, die Philipp je erlebt hatte. Wieder zu Hause angekommen, wartete seine Mutter schon mit einer leckeren heißen Schokolade auf die beiden. Das war ein schöner Tag.

Während Philipp so in Gedanken bei vergangenen Weihnachtsfesten und bei seinem Opa ist, kullern ihm dicke Tränen über sein Gesicht. „Aber weshalb weinst du denn, Philipp?“ fragt ihn seine Mutter traurig.

Philipp sieht aus dem Fenster. „Dieser blöde Schneesturm!“ schluchzt er. „Ich vermisse meinen Opa Manfred! Ich hatte mich schon so sehr darauf gefreut, ihn endlich wieder zu sehen… und Oma natürlich auch.“ fügt er nach einer kurzen Pause hinzu.

Seine Mutter sieht ihn verständnisvoll an: „Ach, ich weiß, mein Sohn. Ich vermisse die beiden auch. Es tut mir sehr leid. Das haben wir uns alle anders vorgestellt. Aber für diesen Schneesturm kann niemand etwas.“ Tröstend nimmt sie den kleinen Philipp in ihre Arme.

Dieser blöde Schneesturm, denkt Philipp wieder. So heftig war noch nie einer gewesen. Und vor allem nicht so lange. Der Schneesturm tobt nun bereits seit zwei Tagen und der Wetterbericht hat vorhergesagt, dass er noch mindestens bis Silvester anhalten wird. Deshalb können seine Großeltern nicht zu ihnen fliegen. Das wäre viel zu gefährlich. Kein Flugzeug steigt momentan in die Lüfte. Wer weiß, wann sie wieder fliegen können.

„Ich habe eine Idee!“, sagt plötzlich Philipps Vater, der sieht, wie traurig Philipp noch immer ist. „Lasst uns zusammen Plätzchen backen, heiße Schokolade trinken, den Weihnachtsbaum schmücken und Weihnachtslieder singen. So, wie wir es sonst jedes Jahr gemeinsam mit Oma und Opa gemacht haben. Wir machen davon Fotos und schicken sie den beiden. Dann sind sie trotzdem mit dabei.“

„Aber das ist doch nicht dasselbe!“, seufzt Philipp.

„Da hast du natürlich recht, mein Sohn“, meint sein Vater mitfühlend. „Aber es ist immerhin etwas und ich bin mir sicher, dass Oma und Opa mindestens genauso traurig darüber sind, dass sie nicht zu uns kommen können und sich über ein paar fröhliche Bilder von uns freuen würden.“ Philipp denkt einen Moment über die Worte seines Vaters nach. Er erinnert sich, wie sie sonst immer alles gemeinsam für Weihnachten vorbereitet haben: Wie Oma immer tolle Ideen beim Dekorieren der Plätzchen gegeben hat, wie Opa Manfred immer die Ruhe bewahrte, als sich die Lichterkette für den Tannenbaum das dritte Mal in Folge scheinbar hoffnungslos verfitzt hatte und wie alle schließlich den großen Tisch zum Abendessen gedeckt hatten. Und dann stellt er sich vor, wie Oma und Opa dieses Jahr ganz allein in ihrem kleinen Haus ganz weit weg sitzen und so traurig sind, weil sie nicht zusammen sein können. Ein paar lustige Bilder von ihm und seinen Eltern beim Plätzchen backen oder beim Baum schmücken würden sie sicher zum Lachen bringen.

„Also gut. Für Opa und Oma mache ich das“, sagt Philipp schließlich entschieden und wischt sich seine Tränen aus dem Gesicht. Jetzt kann er sich zumindest ein kleines bisschen auf Weihnachten freuen.

KZ